Die eigene Sales Akademie

„Ich kriege einfach keine guten Leute mehr – der Markt ist leer!“ –  klagte ein Kunde kürzlich am Telefon. Der Mangel an guten und fertigen Vertriebsmitarbeitern war offensichtlich nicht neu, denn nun präsentierte mir der Kunde die Lösung. „Wir werden das jetzt selbst machen und junge Mitarbeiter einstellen und selbst fit machen.“ Schon in der ersten Diskussion hat sich dann gezeigt: nur mit Trainings alleine wird die Ausbildung sicher nicht gelingen.

Eine gute Vertriebsausbildung fängt schon vor der Themendefinition an und bindet die gesamte Vertriebsorganisation mit ein. Keine leichte Aufgabe, deshalb sind wir sie gemeinsam angegangen und haben mit der Sales Akademie ein spannendes Projekt ins Leben gerufen.

Die Vorarbeit

Im ersten Projekbriefing mit dem Kunden haben wir Kontext und Problem analysiert und u.a. folgende Fragen diskutiert:

  • Wie sieht eine Akademie aus, die die Bedürfnisse der neuen wie auch der alten Mitarbeiter berücksichtigt?
  • Wie definieren Sie eigentlich Vertriebserfolg?
  • Wie sieht Ihr neuer Wunschmitarbeiter (der am Markt auch zu bekommen ist!) aus?
    Was kann er schon?
    Was muss er unbedingt lernen?
    Und in welcher Reihenfolge wird er das Wissen benötigen?
  • Wer in Ihrem Unternehmen kann das, was die Neuen lernen sollen und kann er/sie es auch vermitteln?
  • Und vor allem: wie können die Neuzugänge in den laufenden Betrieb integriert werden?

Trainieren – nur wie?

Erst nachdem der Kunde diese Fragen beantwortet hatte, konnten wir ein erstes Curriculum erstellen. Wir setzten dabei auf die Kombination aus unserer SPOT-Methode® und einen Ansatz, der sich „inkrementell-iterativ“ nennt. Das klingt kompliziert – und ist es in der Umsetzung auch. Bei diesem Ansatz lernen die Trainees gewissermaßen punktuell am Sales-Prozess entlang – also Schritt für Schritt – das, was sie sofort umsetzen können. Und in der nächsten Schleife lernen sie dieselben Themen wieder, nur vertieft. Und in der nächsten noch einmal – in noch schwierigeren Situationen.
Das ist nach unserer Erfahrung die ideale Kombination aus Praxisnähe und nachhaltigem Lernen.

Eine wesentliche Idee war auch Training on the Job bzw. mit engem Praxisbezug. Das klingt auf den ersten Blick ganz banal, aber kann ein externer Vertriebstrainer wirklich das unternehmensspezifische Know-how vermitteln? Oder geht das mit internen Ressourcen besser? Sind gute Verkäufer auch gute Trainer? Und vor allem, haben sie auch die Zeit dafür?

Hinzu kommt: Schafft man keine klaren Strukturen, fassen die Einsteiger nur schwer Fuß. Das ist insbesondere bei Vertrieb mit regionaler Struktur und Gebietsschutz besonders knifflig. Eine große Region überfordert oft, eine kleine motiviert nur schwer – und überhaupt nur dann, wenn es eine Perspektive gibt.

Wir haben uns hier für eine Kombination aus externen Experten und internen Praktikern entschieden und für die Trainees parallel einen klaren „Karriereplan“ entwickelt, der definierte Meilensteine auch mit klare Perspektiven in der Vertriebsorganisation verbindet.

Wenn neu, dann auch alt?

Wenn man schon eine Sales-Akademie aufsetzt, ist es dann nicht sinnvoll, auch die „alte“ Mannschaft zu trainieren? Ja, ist es! Für langjährige wie für neue Mitarbeiter greifen wir hier auf Blended Learning zurück, das bedeutet: e-Learning-Anteile und Präsenz-Seminare ergänzen einander.

Vorher aber braucht es auch hier eine Bestandsaufnahme:

  • Was weiß der einzelne Sales-Spezialist schon?
  • Was braucht er noch?
  • Wie erreichen wir ihn am besten?

So können wir auch verhindern, dass eine zu große Lücke zwischen „alten Hasen“ und „neuen Trainees“ entsteht und dazu beitragen, dass das Team geschlossen bleibt. Da alle gemeinsam trainieren und teilweise auch die erfahrenen Mitarbeiter die neuen trainieren, entsteht hier ein Impuls zur intensiveren Zusammenarbeit, angereichert mit externem Know-how und systematischen Lernimpulsen.

Der Mangel an Vertriebsprofis verschärft sich immer mehr. Brauchen auch Sie gute neue Leute? Vielleicht lohnt es sich, die Ausbildung selbst in die Hand zu nehmen.

Am Anfang steht der Vertriebs-Check-Up

Seltsam, dass wir alle uns so sehr nach einem Patentrezept sehnen. Das gibt es nur leider selten. Deswegen schauen wir gerne erst einmal genau hin, wenn ein Kunde mit einem Problem zu uns kommt und uns gleich um die Umsetzung seiner üblichen Lösung bittet. Der Vertrieb verkauft nicht genug? Trainings! Die neuen Produkte laufen nicht? Trainings! Die Kunden ziehen uns in den Verhandlungen über den Tisch? Trainings! – Klingt schon gut nach Patentrezept, oder? Funktioniert nur meist nicht nachhaltig.

Das Problem in seinem Kontext

Kommt ein Kunde also mit seinem Vertriebsproblem zu uns, betrachten wir immer zuerst den Kontext des Problems. Genauer gesagt: Wir starten mit einer umfassenden Sales-Analyse. Hier analysieren wir anhand von fünf Fragen-Clustern das Problem und wissen anschließend garantiert mehr. Und zwar nicht nur über den akuten Schmerzpunkt, sondern auch über sein Umfeld, seine Ursachen und die möglichen Vertriebspotenziale unseres Kunden!

Unsere fünf Cluster

Fünf Cluster klingen schon wieder nach Patentrezept. Sind sie aber nicht. Die Fragen, die wir halb strukturiert stellen, beleuchten verschiedene Problemdimensionen und sind immer kontextbezogen. Sie ergeben sich im Gespräch, denn die Stelle, die schmerzt, ist oft nicht der Kern des Problems. Wozu die fünf Cluster letztlich dienen? Sie geben uns verschiedene Perspektiven auf Ihren Vertrieb. Mit ihrer Hilfe klopfen wir die einzelnen Punkte ab, suchen nach Verbindungen. Und wir fragen – wo sinnvoll – auch einmal Personen, die nicht direkt involviert sind. Um jeden Schmerzpunkt herum entsteht so eine Landkarte, durch die viele Faktoren sichtbar werden: Prozesse, Skills, Kulturen und Werte, Tools, Strategien…

Und genau diese Faktoren haben wir in den fünf Clustern zusammengefasst:

  • Themen: Im ersten Schritt schauen wir uns das gesamte Vertriebssystem über die verschiedenen Ebenen hinweg an: jeden Bereich, die Organisation, Mitarbeiter, Führungskräfte. Wie agiert das gesamte System Vertrieb mit seinen verschiedenen Untersystemen? Hier stehen Fakten und Strukturen im Vordergrund.
  • Beziehungen: Welche Vertriebsmitarbeiter sind an dem akuten Problem beteiligt? Wer ist betroffen, wer profitiert davon und wer leidet darunter? Wie stehen sie zueinander, welche Verflechtungen gibt es, wo liegt die Ursache des Problems?
  • Kultur: In jedem Unternehmen gibt es „Unwritten Rules of the Game“; die ungeschriebenen Gesetze, nach denen sich die Mitarbeiter richten, um persönliche Erfolge in der Firma zu erzielen. Wen muss man beeindrucken und womit geht das am leichtesten? Was gilt als Erfolg – Umsatz am Quartalsende, um die Zahlen zu erreichen? Oder eher die Qualität der Abschlüsse und damit mehr DB? Darf man unrentable Aufträge ablehnen?
  • Reifegrad:  Wir analysieren das Wertesystem des Unternehmens mit dem „9 Levels of Value“-System, hier bestimmen wir den Reifegrad des Unternehmens. Welche Werte dominieren im Unternehmen? Auf welchem Werte-Level basieren Unternehmensziele, Werte, Strukturen und Prozesse? Die Ebenen helfen uns, zu verstehen, warum manches in diesem Vertrieb funktioniert, anderes nicht. Sie helfen uns, Lösungen zu finden, die in diesem Unternehmen funktionieren und das Unternehmen weiter entwickeln.
  • Zeitachse: Warum kommt dieser Kunde gerade jetzt zu uns und nicht vor einem halben Jahr oder erst in drei Monaten? Was ist bisher schon passiert und warum ist der Schmerz gerade jetzt so akut?

Ich glaube, dass man ein Vertriebsproblem am besten lösen kann, wenn man den Kontext mit einbezieht und mit diesen fünf Clustern analysiert.

Auch unsere Kunden haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht, denn der Vertriebs-Check-up bringt konkrete Ergebnisse: ein Bündel an Handlungsempfehlungen, mit dem sie gleich loslegen können.

Ich kann bei einem Sales-Problem nur empfehlen, sich die Cluster zunächst einmal selbst anzusehen.

  • Wie tickt Ihr Vertrieb?
  • Wer hat das Problem? Und warum?
  • Wofür gibt es bei Ihnen Lob und Tadel?
  • Was zählt für Sie wirklich? Einfluss oder Struktur? Erfolg oder Team?
  • Warum tut es jetzt besonders weh?

Definition: Vertriebsstrategie

Heute wurde ich nach der Definition des Begriffes Vertriebsstrategie gefragt.

Hier meine Antwort:

Vertriebsstrategie nennt man ein Maßnahmenpaket das sicherstellt,
dass die im Rahmen des Strategieprozesses noch zu definierenden Vertriebsziele,
unter Berücksichtigung der Kundeninteressen,
der eigenen Stärken und Schwächen und
der Wettbewerbssituation bzw. des Marktes,
erreicht werden.

Was hätten Sie geantwortet?

 

Vertrieb – das Ganze im Blick

Die Tage hatte ich ihn wieder, den Klassiker: „Ihr macht doch Vertriebstrainings?“
Vor zehn Jahren hätte ich noch gesagt: „Ja, machen wir, Sie sind bei uns richtig.“ Heute antworte ich anders. Klar machen wir Vertriebstrainings – wenn sie das Problem lösen. Denn wir haben aus vielen Fällen gelernt, dass reines Trainieren häufig einfach zu kurz greift. Und deshalb hören wir nicht bei Trainings auf, sondern bringen unser gesamtes Know-how ein: Training, Beratung, Change-Management und Prozessbegleitung.

Im Normalfall kommen Kunden mit einem klar definierten Problem im Sales-Bereich zu uns:

  • das Ergebnis von Verhandlungen ist nicht so, wie es sein sollte,
  • die Vertriebsergebnisse bleiben hinter der Planung zurück,
  • das ausländische Tochterunternehmen bringt nicht die erwartete Leistung,
  • das Unternehmen kriegt seinen Mehrwert nicht gut verkauft,
  • oder, oder, oder.

Manche Sachen kann man durch Training wirklich signifikant verbessern, aber oft genug stellt sich heraus, dass Skills nicht der eigentliche Knackpunkt sind. Dass das Problem, das genannt wird, eigentlich nur ein Symptom ist.

Um dem konkreten Schmerz auf den Grund zu gehen, braucht es eine andere Sichtweise – und aus dieser ganzheitlichen Sichtweise heraus haben wir unseren komplementären Ansatz entwickelt. Stimmen beispielsweise die Umsatzzahlen nicht, so kann das ein ganzes Paket an Ursachen haben.

  • Haben die Mitarbeiter die Skills, die sie brauchen?
  • Aber: passen auch die Tools?
  • Sind die Prozesse im Vertrieb klar und effizient?
  • Passen die Schnittstellen – fließt die Information reibungslos?
  • Ist die Strategie stimmig und kommuniziert?
  • Kennt jeder Vision und Ziele?
  • Und wie sieht es mit der Eigenmotivation der Vertriebsmannschaft aus?

Deshalb steht für uns vor jeder Maßnahme eine gründliche Vertriebsanalyse etwa in Form eines Check-up Workshops. Ziel ist es, die unterschiedlichen Dimensionen des Problems und seines Umfelds zu untersuchen, denn nach unserer Erfahrung gibt es so etwas wie ein isoliertes Problem sehr selten. So beleuchten wir denn auch beide Seiten: die der Mitarbeiter und die der Organisation.

Es gibt viele Fragen, die man sich am Anfang jedes Projekts – oder auch währenddessen – stellen sollte. Und viele Perspektiven, die man einnehmen sollte. Das ist der Grund, warum bei uns Training, Vertriebsberatung und Prozessbegleitung Hand in Hand gehen. Und das ist auch ein Grund, warum selten nur einer von uns auf einem Projekt arbeitet: Man kann einfach nicht zugleich neutral moderieren und eine klare Meinung vertreten. Darüber hinaus braucht man bei aller Erfahrung manchmal ein Korrektiv.

Und so ist die Eingangsfrage eigentlich nur der Anfang eines intensiveren Gesprächs.

Heiko van Eckert

Jede Zelle meines Körpers ist glücklich

Bin gerade über diesen Tanz und Wohlfühlsong aus 2008 gestolpert:

Hier ist das Orignal:

Hier meine Lieblingsversion:
(PS Bin eigentlich kein Metal-Fan, aber hier mach ich eine Ausnahme)

Weitere Varianten:
Mickie Krause

Flashmob Curry54

noch mehr Youtube

Cool oder?
Wieso höre ich das erst 4 Jahre später zum ersten Mal?
Der perfekte Seminarsong, oder?
Heiko

 

Macht Geld glücklich? Ja, aber nur wenn …

via TED

Und für wen oder was haben Sie heute Ihr Geld aussgegeben?

Heiko van Eckert

PS während ich dies schreibe fällt mir ein Erlebnis ein, das ich vor wenigen Wochen hatte:
Wir trainieren pro bono unter anderem die Verkäufer der Obdachlosenzeitung BISS hier in München. In einem der Trainings fragte ich die Verkäufer warum Sie arbeiten und Geld verdienen wollen. Die meistgenante Antwort war: “Um anderen Geschenke zu machen”

Von ehemaligen Obdachlosen kann man lernen mit Geld umzugehen.

 

Schnelligkeit vor Gründlichkeit

“Es gibt einen grausamen Vorrang der Schnelligkeit vor der Gründlichkeit
und einen geradezu deprimierenden Vorrang der Unterhaltung vor der Information.”

Schönes Zitat von Norbert Lammert, oder?

via Wirtschaftswoche, 19/2012,

 

Unternehmensberatungen in Deutschland – viele kleine im Vorteil

Die SZ beschreibt unter der Überschrift “Die großen Vorteile der Kleinen” warum es sich lohnt bei einer kleinen Unternehmensberatung zu arbeiten.
Das kann ich nur bestätigen, wir sind ja selbst eine kleine, noch.

Wann sehen wir uns?
Heiko van Eckert

Noch ein paar Fakten aus dem Artikel:
insgesamt 14 100 Unternehmensberatungen in Deutschland,
13 750 (87,5%) erzielen einen Jahresumsatz bis fünf Millionen Euro,
280 fünf bis 45 Millionen Euro und
nur 70 mehr als 45 Millionen Euro pro Jahr.

TED-Tipp: three things I learned while my plane crashed

Habe einen Tipp für ein kurzes (5 min.) Video auf TED:

Ein “must see”, speziell für alle Eltern.

How would you change your life?
Heiko

 

Warum wir Empfehlungen geben?

Empfehlungsmarketing, das wollen wir alle.

Warum das so wichtig ist heutzutage, wissen wir alle.

Aber wie man Sie bekommt, das wissen nur wenige. Anne Schüller beschreibt in Ihrem Buch “Zukunftstrend Empfehlungsmarketing” warum wir Menschen Empfehlungen aussprechen. Sie begibt sich also auf Motivsuche. Und wir Verkäufer wissen, wenn wir die Motive unserer Kunden kennen, dann können wir Ihnen auch den entsrechenden Nutzen bieten.

Also was hat der Kunde davon, wenn er uns weiter empfiehlt?

… Und warum werden Menschen als Empfehler aktiv?

Nur, wenn man etwas geboten bekommt, worüber es sich zu reden lohnt – womit man sich also schmücken und bei Anderen punkten kann – nur dann wird man eifrig berichten. Das Empfehlen ist also äußerst emotional. Es muss funken zwischen Anbieter und Kunde. Wen wir nicht leiden können, den empfehlen wir nicht.

Word-of-Mouth setzt also nicht nur bemerkenswerte Produktfeatures, sondern immer auch Beziehungsarbeit voraus. Und dazu werden zwei Dinge benötigt: Menschenversteher-Wissen und Superlative. Mittelmaß wird niemals empfohlen. Erst im Bereich der Spitzen, wenn wir also zutiefst zufrieden sind, entsteht die Motivation zum Weiterempfehlen.

Mundpropaganda und Empfehlungsbereitschaft entstehen insbesondere dann,

  • wenn man hiermit seiner Persönlichkeit Ausdruck verleihen kann
  • wenn man dadurch Coolness und Geltungsbedürfnis nähren kann
  • wenn man zum Wohlergehen Anderer beitragen kann
  • wenn man sich durch Insider-Wissen oder als Vorreiter profilieren kann
  • wenn man sich zugehörig und als Teil einer Gemeinschaft fühlen kann
  • wenn man in Entstehungsprozesse mitgestaltend involviert wurde
  • wenn etwas Unterhaltsames oder Sensationelles bereitgehalten wird
  • wenn etwas völlig Neues oder sehr Exklusives offeriert wird
  • wenn etwas überaus Nützliches oder höchst Begehrenswertes angeboten wird
  • wenn es etwas zum Gewinnen oder zum (miteinander) Spielen gibt.

Auf einen Nenner gebracht: Menschen wollen nicht nur Geld und Spaß, sie wollen sich auch als ‚wichtig‘ erleben. Sie wollen Sinnhaftes tun. Und Spuren hinterlassen. Und als geschätztes Mitglied einer Gemeinschaft gelten. Wer ihnen dazu verhilft, dem wird dies mit reichlich Empfehlen vergolten. …

So, nun ist es an Ihnen Ihren Kunden zu “verkaufen”, warum sie Sie weiterempfehlen sollen, ja müssen! ;-)

Heiko van Eckert

via competenceselling.de

Jetzt in aktualisierter Auflage verfügbar: Anne M. Schüller Zukunftstrend Empfehlungsmarketing